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Ein Waidler macht sein Glück in Las Vegas

2005/10/25 16:02
Pressemeldung von:
pnp.de

Josef Damböck leitet eines der nobelsten Restaurants in den USA - Gelernt hat er im Landkreis Passau

von Andreas Lakota.
Passau. Die Geschichte klingt märchenhaft. Ein bisschen so wie die Erzählung vom Mann, der nach Amerika ging, in einer Gaststätte Teller spülte, sich hocharbeitete und später Millionen verdiente. Vom Tellerwäscher zum Millionär - das hat Josef Damböck zwar nicht geschafft. Mit dem amerikanischen Traum lässt sich seine Geschichte dennoch bestens vergleichen. Denn vor sieben Jahren noch hat der 30-Jährige in einem Hotel in Chicago Handtücher
zusammengelegt. Heute managt er im Wynn Hotel in Las Vegas das wahrscheinlich nobelste Restaurant Amerikas, in dem ein Pärchen schon mal
25 000 Dollar für ein Abendessen ausgibt.
Damböck ist ein echtes Bayerwald-Gewächs. Aufgewachsen in Spiegelau ging er unter anderem in Fürstenstein ins Internat, gelernt hat er in Bad Griesbach, gearbeitet in Passau. Von hier aus bis zu seinem jetzigen Arbeitsplatz ist es ein weiter Weg. Kein Wunder, dass sich Josef Damböck manchmal selbst fühlt wie im Traum, wenn er vor der Arbeit am Swimming Pool liegt und die Sonne genießt. Oder wenn Stars wie Sting, die Musiker von U2, Prince Andrew, Donald Trump oder Sängerin Natalie Cole das Restaurant betreten und einen der über 2000 verschiedenen sündteuren Weine bestellen.

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25 000 Euro für

ein Abendessen

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»Las Vegas schlägt einfach alles. Geld spielt hier für die meisten keine Rolle. Das ist schon der Wahnsinn. Aber auch das Flair hier ist unvorstellbar«, schwärmt er. Doch viel Zeit, die Genüsse der Stadt auszukosten, bleiben Josef Damböck nicht. Zwölf Stunden verbringt er täglich im Restaurant, schaut, dass alles perfekt läuft. »Klar«, sagt er, »die Arbeit hier ist nicht immer leicht. Aber das war es noch nie. Du darfst einfach nicht aufgeben.«
Aufgeben. Daran denkt Josef Damböck öfters, als er mit 23 Jahren bei der Hotelkette Omni in Chicago zu arbeiten beginnt. Denn trotz seiner Ausbildung zum Hotelfachmann im Maximilian in Bad Griesbach muss er noch mal ganz von vorne anfangen. »Ich hab' zwei Monate nur Handtücher zusammengelegt. Das war schon hart, vor allem, weil man keine Chance hat sich zu beweisen.«
Doch die Zeit als »Zimmermädchen« bringt Josef Damböck auch weiter. Er lernt die amerikanische Mentalität kennen, weiß anschließend, was es heißt, ein Jahr ohne Urlaub zu arbeiten. Und auch sprachlich verbessert sich der junge Deutsche stark. Ein entscheidender Punkt für einen Aufstieg, den er mit der Berufung an den »front desk«, die Hotelrezeption, schafft.

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»Das Flair hier ist unvorstellbar«

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Aber Josef Damböck will mehr. Als er hört, dass die Hyatt-Kette ein neues Super-Hotel in der Stadt eröffnen wird, erkennt er seine Chance. Und tatsächlich, nach dem vierten Bewerbungsgespräch klappt es. Als »Supervisor« ist er fortan für die Bestückung der bis dahin noch leeren Zimmer zuständig. »Vom Kissen bis zum Bleistift - alles musste neu eingerichtet werden.« Um den perfekten Ablauf zu garantieren, entwirft Josef Damböck Trainingspläne und Konzepte zur Steigerung der Effektivität. Zur Freude seiner Chefs, die ihm auch deshalb später ein verlockendes Angebot machen sollten.
Zunächst musste der aufstrebende Arbeiter allerdings einen Rückschlag einstecken. Sein Visum läuft ab, ein neues erhält er zunächst nicht. So kehrt Josef Damböck nach 18 Monaten zurück nach Deutschland, wird prompt im Münchner Nobel-Hotel Bayerischer Hof angenommen. »Als ich wieder ein Visum bekam, stand ich vor einer schwierigen Entscheidung. Denn schließlich ist ja auch der Bayerische Hof eine super Adresse.«
Doch das Angebot aus Amerika ist besser. Josef Damböck wird zum Manager des Vier-Sterne-Vorzeige-Restaurants im Hyatt-Hotel berufen. »Da kamen mir meine Erfahrungen aus Deutschland zu Gute. Schließlich war ich in Griesbach die meiste Zeit im Restaurant«, sagt er. Trotzdem muss der Deutsche, der sich hauptsächlich um das Personal kümmert, einiges neu lernen. Vor allem das Wissen über den Wein. »Ich hab' Fachbücher gelesen und Prüfungen gemacht. Wir haben mit 200 Weinen angefangen, als ich ging, hatten wir um die 1800 auf der Karte.«

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Headhunter lockt
ihn nach Nevada

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Nicht nur in Sachen Wein macht Josef Damböck einen hervorragenden Job. Warum sonst hätte ihn ein Headhunter aufgesucht, um ihn nach Las Vegas zu locken. Dort hatte der Hotelimpressario Steve Wynn heuer im April für rund 2,7 Milliarden Dollar ein Hotel eröffnet, das, wie Josef Damböck sagt, »alles bisher Dagewesene schlägt«. Neben Dutzenden von Designer-Boutiquen gibt es einen Ferrari- und Maserati-Showroom, ein Spielcasino und den einzigen 18 Loch Golfplatz mitten in der Stadt. 10 000 Angestellte kümmern sich um das Wohl der Gäste, die in einem der 2600 Zimmer (ein normales kostet 325 Dollar pro Nacht) residieren.
In diesem Luxus-Hotel managt Josef Damböck das »Alex«, das nobelste und teuerste der 15 Restaurants. Hier verwöhnt Küchenchef Alessandro Stratta die Reichen mit Spezialitäten von der französischen Riviera. Ein Drei-Gänge-Menü kostet 120 Dollar, für sechs Gänge muss der Gast 165 Dollar hinlegen. »Für Oktober und November haben wir zusätzlich eine Trüffelkarte. Da kostet das Menü dann rund 450 Dollar. Aber das teuerste sind ohnehin die Weine«, sagt Josef Damböck.

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Zwölfstundentag
ist normal

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An den Umgang mit den Schönen und Reichen hat sich der Niederbayer mittlerweile gewohnt. Ebenso wie daran, dass er täglich von Mittag bis Mitternacht im Restaurant steht. »Das ist hier nun mal anders als in Deutschland. Ein Zwölfstundentag ist normal.« Trotzdem denkt der 30-Jährige noch nicht an eine Rückkehr. »Derzeit arbeite ich auf die Green Card hin, damit ich keine Visa-Probleme mehr habe. Und Wynn ist eine Top-Adresse, da ist es natürlich ein Ziel, innerhalb der Firma weiter nach oben zu kommen. Vielleicht auch in einem Haus in Europa oder Asien.«
Doch zunächst will er noch ein bisschen in Las Vegas bleiben. Kein Wunder, schließlich lässt sich hier der amerikanische Traum am besten genießen. Vorausgesetzt, Josef Damböck hat mal einen Tag frei.
Mitarbeit: Petra Tewes


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