Das Ende der Mittelmäßigkeit
2005/11/01 18:53
Pressemeldung von:
ahgz.de
Zukunftsforscher Matthias Horx über die Genusskultur im Jahr 2010 / Die besondere Atmosphäre macht glücklich
AHGZ.de - Montag, 31.10.2005 - 09:22 Uhr VON MATHIAS THURM
Der Gast der Zukunft ist weiblich und der Ort des Genusses luxuriös Foto:Imago
HAMBURG Was kommt nach Fresswelle, Nouvelle Cuisine, Italiener, Döner und Fingerfood? Asia-Food. Meint Trendforscher Matthias Horx. Der chinesische Wirtschaftsboom gehe einher mit dem Boom von Asia Food hierzulande.
Doch nicht nur Asien ist aus Sicht des Trendforschers ein Megatrend. Horx
AHGZ.de - Montag, 31.10.2005 - 09:22 Uhr VON MATHIAS THURM
Der Gast der Zukunft ist weiblich und der Ort des Genusses luxuriös Foto:Imago
HAMBURG Was kommt nach Fresswelle, Nouvelle Cuisine, Italiener, Döner und Fingerfood? Asia-Food. Meint Trendforscher Matthias Horx. Der chinesische Wirtschaftsboom gehe einher mit dem Boom von Asia Food hierzulande.
Doch nicht nur Asien ist aus Sicht des Trendforschers ein Megatrend. Horx
hat gleich mehrere ausgemacht. So verkörpern für ihn Frauen einen zweiten: Demzufolge gewinnen sie nicht nur immer mehr Einfluss in Berufswelt und Politik; ihre Denkweise bestimmt auch zunehmend, was in Restaurants auf den Teller oder in die Gläser kommt.
Frauen bestimmen,
was getrunken wird
„Frauen essen leichter und gesünder“, hat der Zukunftsforscher festgestellt. Lean Cuisine und Wellness haben also weibliche Wurzeln. Auch der Trend weg von harten Drinks geht Horx zufolge auf das Konto der Frauen. Ein Wein mit 7 Volumenprozent Alkohol, ist der Forscher überzeugt, fände heute einen gigantischen Absatz.
Beim Trendforum Genusskultur von Davidoff Café im Hamburger Restaurant Allegria wagte Horx einen Blick auf die Gastronomie von Morgen. Der Gast der Zukunft sei nicht nur weiblicher, sondern auch älter, erfahrener,
Frauen bestimmen,
was getrunken wird
„Frauen essen leichter und gesünder“, hat der Zukunftsforscher festgestellt. Lean Cuisine und Wellness haben also weibliche Wurzeln. Auch der Trend weg von harten Drinks geht Horx zufolge auf das Konto der Frauen. Ein Wein mit 7 Volumenprozent Alkohol, ist der Forscher überzeugt, fände heute einen gigantischen Absatz.
Beim Trendforum Genusskultur von Davidoff Café im Hamburger Restaurant Allegria wagte Horx einen Blick auf die Gastronomie von Morgen. Der Gast der Zukunft sei nicht nur weiblicher, sondern auch älter, erfahrener,
mobiler, ausländischer, wählerischer. Zugleich aber wegen des immer unüberschaubareren Angebotes auch genervter.
Diese Entwicklung stellt nach Ansicht von Horx die Gastronomie vor besondere Herausforderungen. Sie bedeute letztlich das Ende der Mittelmäßigkeit. Überlebenschancen am Markt hätten daher nur Konzepte mit einem besonders ausgefallenen und markanten Profil. Und die müssen laut Trendforschung authentisch sein, möglichst eine Geschichte erzählen und sich damit von anderen unterscheiden. Wie zum Beispiel das La Merenda in Nizza, das absolut spartanisch eingerichtet sein soll, angeblich noch nicht einmal über ein Telefon verfüge und nur drei Weine auf der Karte hat. Dem aber Genießer aus aller Welt die Türen einrennen würden, wie Horx weiß. Das schließt Billigangebote nicht aus. Auch auf der Billigschiene ließen sich gute Geschäfte machen, wenn bestimmte Regeln beachtet werden, so der Zukunftsforscher.
Das heißt: Aus Fast Food wird Fast Good. Schnell und billig reichen also nicht mehr aus, die Attribute gut und frisch müssen hinzu kommen. Healthy Snacks sind gefragt, wie Horx sie zum Beispiel bei der französischen Kette Prêt à Manger entdeckt hat.
Exklusive Genüsse
in exklusiver Umgebung
Doch damit nicht genug der Trends. Allem übergeordnet ist eine Entwicklung, die das Produkt immer mehr hinter die Atmosphäre zurücktreten lässt. Symbolischer, postmaterieller Luxus nennt der Trendforscher diese Entwicklung. Aus Healthy Food wird dann Happy Food. Die Gastronomie wird zum Ort des besonderen Erlebnisses, zum Third Place zwischen Home und Work.
In Kreisen des Luxuskonsums beobachtet Horx die Tendenz zur Abschottung nach außen hin. Liebhaber und Kenner von Zigarren, Whisky, Golf, Reitsport und anderer exklusiver Genüsse treffen sich demnach immer öfter lieber in privaten Clubs als in öffentlichen Bars und Restaurants. Was nicht heißt, dass sich im öffentlichen Raum nicht genießen ließe, wie der Abend im Allegria zeigt.
Diese Entwicklung stellt nach Ansicht von Horx die Gastronomie vor besondere Herausforderungen. Sie bedeute letztlich das Ende der Mittelmäßigkeit. Überlebenschancen am Markt hätten daher nur Konzepte mit einem besonders ausgefallenen und markanten Profil. Und die müssen laut Trendforschung authentisch sein, möglichst eine Geschichte erzählen und sich damit von anderen unterscheiden. Wie zum Beispiel das La Merenda in Nizza, das absolut spartanisch eingerichtet sein soll, angeblich noch nicht einmal über ein Telefon verfüge und nur drei Weine auf der Karte hat. Dem aber Genießer aus aller Welt die Türen einrennen würden, wie Horx weiß. Das schließt Billigangebote nicht aus. Auch auf der Billigschiene ließen sich gute Geschäfte machen, wenn bestimmte Regeln beachtet werden, so der Zukunftsforscher.
Das heißt: Aus Fast Food wird Fast Good. Schnell und billig reichen also nicht mehr aus, die Attribute gut und frisch müssen hinzu kommen. Healthy Snacks sind gefragt, wie Horx sie zum Beispiel bei der französischen Kette Prêt à Manger entdeckt hat.
Exklusive Genüsse
in exklusiver Umgebung
Doch damit nicht genug der Trends. Allem übergeordnet ist eine Entwicklung, die das Produkt immer mehr hinter die Atmosphäre zurücktreten lässt. Symbolischer, postmaterieller Luxus nennt der Trendforscher diese Entwicklung. Aus Healthy Food wird dann Happy Food. Die Gastronomie wird zum Ort des besonderen Erlebnisses, zum Third Place zwischen Home und Work.
In Kreisen des Luxuskonsums beobachtet Horx die Tendenz zur Abschottung nach außen hin. Liebhaber und Kenner von Zigarren, Whisky, Golf, Reitsport und anderer exklusiver Genüsse treffen sich demnach immer öfter lieber in privaten Clubs als in öffentlichen Bars und Restaurants. Was nicht heißt, dass sich im öffentlichen Raum nicht genießen ließe, wie der Abend im Allegria zeigt.
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