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Im Wein liegt Zukunft

2005/09/24 17:51
Pressemeldung von:
gea.de

VON PHILIPP FÖRDER

TÜBINGEN/REUTLINGEN. Zu viel Wein? Christian Gugel schüttelt den Kopf: »Mit dem Absatz habe ich keine Probleme.« Weinhandlungen, die Gastronomie, die eigene Besenwirtschaft und der Verkauf ab Hof sorgen dafür, dass hinter manchem Angebot auf der Preisliste schon »ausverkauft« steht. Der 26-Jährige hat andere Sorgen. Weil der Weinbau im Kreis Tübingen in den vergangenen Jahren eine unglaubliche Renaissance erlebt hat, sind die Flächen knapp. Rund 1,8 Hektar bewirtschaftet er. Damit zählt er im Kreis Tübingen zu den ganz Großen, ist aber immer noch
etwas zu klein, um sich seinen Wunsch erfüllen zu können: »Mein Ziel ist der Weinbau im Haupterwerb. Ich sehe eine Zukunft für mich im Wein.«




Im Wengert von Christian Gugel können die Wanderer den Wein vom Fuß der Wurmlinger Kapelle kosten - Gugels eigenen und den der Universität.
GEA-FOTO: PP


Kostproben aus seinem Keller serviert Gugel den Teilnehmern der Weinberg-Wanderung beim GEA-Wengerterzug am Sonntag, 25. September. Wer nicht gleich mit dem ersten Dampfzug (Metzingen ab 9.12 Uhr) nach Unterjesingen durchfahren möchte, kann am Tübinger Westbahnhof aussteigen. Von dort begleiten Führer die Wanderer auf zwei Routen zur Wurmlinger Kapelle.

Nach Lust und Durst

Die kürzere Tour führt vom Bahnhof über Schwärzloch direkt zum Spitzberg, die längere macht einen Bogen über das Tübinger
Schloss und den Schlossberg. Beide Wanderungen münden in den Hirschauer Panoramaweg. Von dort bietet sich nicht nur eine herrliche Aussicht auf das Neckartal und die Wurmlinger Kapelle. Der Weg führt unmittelbar an den Hirschauer Weinbergen vorbei - Steillagen mit alten Terrassenmäuerchen.

Am Fuß der Wurmlinger Kapelle erwartet Christian Gugel die Wanderer. Für sechs Euro gibt es vier Weine zu probieren, drei von Gugel selbst und einen aus dem Weinberg der Uni, dazu Brot und Wasser nach Lust und Durst. Von der Kapelle geht's direkt nach Unterjesingen. Die lange Tour dauert gut drei, die kurze gut zwei Stunden.

Dass Christian Gugel Winzer wurde, hat er seinem Vater Hermann zu verdanken. Dieser hatte in der achtziger Jahren einen 25 Ar kleinen Weinberg geerbt. 1989 öffnete er erstmals eine Besenwirtschaft. »Das ist immer gut gelaufen und hat uns motiviert, weiter zu investieren«, erzählt Sohn Christian. Der gelernte Schreiner ließ sich von 1998 bis 2000 bei Fritz Currle in Stuttgart-Uhlbach zum Winzer ausbilden. Mit Erfolg: Sein trockener Portugieser, im Barrique gereift, wurde jetzt mit der silbernen Preismünze ausgezeichnet. Außerdem bewirtschaftet Christian Gugel die beiden Weinberge der Uni Tübingen, die in durchschnittlichen Jahren etwa 3 500 Liter abwerfen. (GEA)

Mit Dampf zu den Wengertern in Unterjesingen
Zu den Weinbergen des Ammertals führt der GEA-Sommerzug am Sonntag, 25. September. Die Wengerter von Unterjesingen und der Weingärtnergenossenschaft Metzingen-Neuhausen haben sich zusammen getan, um beim Bahnhof in Unterjesingen ihre Produkte vorzustellen.

Anreise: Die Verbindung der beiden Weinbau-Gebiete stellt ein Dampfzug der Eisenbahnfreunde Zollernbahn her. Er startet um 9.12, 12.12 und 15.12 Uhr in Metzingen. Die letzte Rückfahrt mit dem Dampfzug endet um 17.30 Uhr ebenfalls in Metzingen. Fahrkarten gibt es im Zug, kein Vorverkauf. Außerdem gelten die üblichen Fahrpläne und Tarife des normalen sonntäglichen Personennahverkehrs.

Haltestellen: Der Dampfzug fährt je drei Mal hin und zurück und hält in Metzingen, Reutlingen, Wannweil, Kirchentellinsfurt, Tübingen, Unterjesingen, Pfäffingen und Entringen.

Führungen: Die Wengerter aus Unterjesingen werden den Besuchern ihre Weinberge zeigen und natürlich auch den Weg zum Dorfmuseum. Diese Führungen beginnen je nach Bedarf. Die beiden Weinberg-Wanderungen starten um 10.10 Uhr am Tübinger Westbahnhof.

Quiz: Bei einer Blindverkostung am GEA-Stand beim Bahnhof Unterjesingen können Weinkenner Preise gewinnen, darunter natürlich ein paar Flaschen Unterjesinger und Metzinger Wein. (ral/pp)


Kontakt:
web: http://www.gea.de/detail/485102
email: keine Angabe

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