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Geschmack nach Rosinen

2005/10/25 04:39
Pressemeldung von:
Main Rheiner

Weinmajestäten trainieren beim Sensorik-Workshop




Weinprobe für die Sinne: Weinprinzessin Bettina Giesecke, Dr.Ludwig Tauscher (Weinbauamtsleiter), Weinkönigin Eva Pauser und Weinprinzessin Ina Lahr (von l.) testeten gemeinsam.
Foto: Schmitz
Vom 24.10.2005

Von
Norman Eschenfelder

Es ist für den Laien schon sehr erstaunlich, wie die Verkostung der Weine vonstatten geht. Für das "Weinforum Mainz" werden im Jahr etwa 40 000 verschiedene Weine aus der ganzen Bundesrepublik verkostet, wovon dann cirka 5000 Sorten prämiert
werden.

Auf Einladung des Leiters des Weinbauamtes Alzey, Dr. Ludwig Tauscher, fanden sich nun im Vorfeld die rheinhessischen Weinmajestäten ein, um an einem Sensorik-Workshop teilzunehmen. "Wir sehen das ein wenig als Training für die neuen Weinprinzessinen und die neue Weinkönigin Eva Pauser", sagte Tauscher. In eineinhalb Stunden wurden insgesamt 21 Weine verkostet und man versuchte, die Eigenschaften zu bestimmen. Die Palette der Weißweine reichte von leichtem lachsfarbenen Rosé mit kräftigem Erdbeeraroma bis zu einer Huxelrebe, die "sehr verschlossen war" und nach Mango, Ananas und diversen Citrusfrüchten zu schmecken schien. Einige Weine "tapezierten den Mundraum sehr", wie Dr. Tauscher es ausdrückte. Zum Spülen wurden dann Wasser und Weißbrot gereicht.

Zum Ende hin wurden noch die trockenen Rotweine aufgetragen. Wie sehr ein Wein, der aus einem
Weingut, von einer Lage und einer Rebensorte stammt, sich innerhalb der Anbaujahre wandeln kann - bei der Rotweinprobe wurde dies deutlich. Der Geschmack und das Aroma variierten von einem marmeladigen, schokoladigen Typ bis zu einem Wein, der wie Trockenfrüchte, rosinig, mundete. Dr. Ludwig Tauscher nutzte die Gelegenheit, um - augenzwinkernd - auf einen "Grundsatzkrieg" unter den Winzern hinzuweisen: "Oechsle oder Terroir?" Dr. Tauscher: "Es geht darum, dass ein Wein nicht austauschbar sein darf. Er soll in allem authentisch sein. Das Zusammenspiel von Boden, Kleinklima, der Rebsorte sowie dem Know-how des Winzers soll einen Wein mit Wiedererkennungswert schaffen."

Die spannende Diskussion dreht sich um die Frage, sollen Weingüter sich auf ihre Ursprünge konzentrieren, wie es die Anhänger des "Terroir" wollen, oder will man den "perfekten" Wein erschaffen, wie es in der neuen Welt schon seit langem vorexerziert wird?

Die Weintrauben werden von der mineralischen Beschaffenheit des Bodens beeinflusst, von Wind und Wetter, dem Sonneneinfall, der Art wann und wie gelesen wird und weiteren Faktoren. Das alles schmeckt man in dem Endprodukt. Man riecht und fühlt es.


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