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Bei Wein gibt es kein Dogma"

2005/10/30 09:38
Pressemeldung von:
main-spitze.de

Flörsheimer Seminar widmet sich Burgunder in allen Spielarten




Winzer Rudolf Fauth aus dem rheinhessischen Udenheim präsentiert "Spätburgunder & Co.
" beim Flörsheimer Weinseminar.
Foto: Andrea Remsperger
Vom 28.10.2005

FLÖRSHEIM Das Flörsheimer Weinseminar braucht keine Werbung. Seit vielen Jahren schon ist die fachkundige Weinbesprechung unter Leitung des Diplom-Önologen und Winzers Rudolf Fauth ein Selbstläufer. Wer einmal mitgemacht hat, ist gerne wieder dabei.
Von

Andrea Remsperger

So finden
sich auch in diesem Herbst unter den insgesamt 113 Anmeldungen auffällig viele Stammgäste. Die Stadt hat auf die starke Nachfrage reagiert und lässt nun zwei Seminare parallel laufen. "Spätburgunder & Co." lautet diesmal das Leitthema, mit dem sich die Weinfreunde an drei gemütlichen Abenden im Flörsheimer Keller beschäftigen.

Rudolf Fauth stammt aus Udenheim, einem kleinen Dorf in Rheinhessen, wo seine Familie seit vielen Generationen Weinbau betreibt. Er sei "vinophil" erzogen, verrät der bodenständige Rheinhesse: "Winzer ist mein Beruf, seit ich Kind bin." Dass glaubt man ihm gerne, denn Rudolf Fauths Art über Wein zu sprechen verrät schnell, dass er seinen Beruf liebt und mit Leidenschaft ausübt. Er stellt die Weine aus der Sicht des Winzers vor und veranschaulicht auch, was in der Kellerwirtschaft getan werden kann, damit ein Wein eine bestimmte Prägung
erhält. Am ersten Abend des rebsortenbezogenen Seminarzyklus wurden acht Weine aus Rheinhessen, Elsass, Friaul und dem Burgenland verkostet.

Wer unter dem Thema Spätburgunder ausschließlich an Rotweine dachte, wurde eines Besseren belehrt: Vorgestellt wurden auch Grau- und Weißburgunder. Der Grauburgunder ist ein direkter Abkömmling, der durch Mutation bereits vor einigen hundert Jahren entstand. Dazu gab es einen kleinen Rückblick auf die Weinlese 2005, die in Rheinhessen seit etwa einer Woche abgeschlossen ist.

"Ein kurzer Hund ist gleich gebürstet", fasst Rudolf Fauth die Situation plakativ zusammen. Mit anderen Worten: Es war kein rosiges Jahr für die Winzer, sie mussten leichte Trauben mit bescheidenem Saftgehalt einholen und sich dabei noch beeilen. Die Beeren waren dicker als üblich ausgefallen und nach einem heftigen Regen aufgeplatzt, die warmen Temperaturen beschleunigten den Fäulnisprozess der verwundeten Trauben, die nun schnell abgeerntet werden mussten. "Wer sich hier nicht beeilt, der muss in einer Woche leicht einen Ertragsverlust von bis zu 20 Prozent hinnehmen", berichtet Fauth. Es sei die schlechteste Ernte seit dem Frostjahr 1984/85 und schlichtweg kein schönes Gefühl, wenn einem im Keller die offenen Fässer angähnten. Geschmacklich hingegen sei der Jahrgang 2005 sehr gut, nirgends liege das Mostgewicht unter 90 Grad Öchsle.

Die zweieinhalbstündige Weinprobe schloss mit einem trockenen Frühburgunder und einem im Barriquefass ausgebauten Pinot Noir. Für Weinkenner Rudolf Fauth steht fest: "Es gibt kein Dogma und keine alleinige Wahrheit, letztendlich bleibt vieles doch Geschmacksache". Im zweiten Teil des Seminars "Spätburgunder und Co." widmet er sich der Frage, wie andere Regionen diese Rebsorte angehen. Am dritten Abend wird die Weinprobe zum krönenden Abschluss von einem mehrgängigen Menü begleitet


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