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Dem Geist aus der Flasche entkommen

2005/10/15 12:38
Pressemeldung von:
kleine zeitung online

Die Umkehr geschafft und das Leben völlig umgekrempelt: Ein Voitsberger, der seit zehn Jahren keinen einzigen Tropfen Alkohol getrunken hat, will anderen Mut machen, damit sie Hilfe in Anspruch nehmen.





LYDIA LASUTSCHENKO

Seit 30 Jahren gibt's in Graz die "Anonymen Alkoholiker". Das wird gefeiert - ohne Hochprozentiges, ist anzunehmen. In Voitsberg hat sich ein Mann an die Organisation "Betrifft Alkohol und Sucht" (BAS) gewandt, um Hilfe zu finden. "Und am vergangenen Sonntag konnte ich auf zehn nüchterne Jahre zurückblicken", freut sich der
Pensionist über seinen ganz persönlichen Erfolg.

Dabei hat es für ihn schon einmal ziemlich traurig ausgesehen. "Ich war gern in Gesellschaft, hab' auch nie allein getrunken. Und mir ist überhaupt nicht aufgefallen, wie sehr ich den Alkohol schon gebraucht habe." Es sei auch nichts Ungewöhnliches gewesen, nach der Schicht mit Kollegen ins Gasthaus zu gehen und von dort ziemlich stark betrunken nach Hause.

Beruflich lief es für den "ehrgeizigen und willensstarken" Voitsberger nämlich dennoch recht gut. In der Familie war auch alles in Ordnung. "Nur habe ich am Arbeitsplatz in der Früh beim Schreiben ein bisschen gezittert. Mit einem Schnaps-Tee ließ sich das aber beheben. Mit der Zeit brauchte ich allerdings zwei Tees. Und so ging es schließlich weiter."

Abstinent

Irgendwann fiel dem Mann selbst auf, dass er kaum noch Appetit hatte,
dafür allerdings umso größeren Durst: Er beschloss, mit dem Alkohol Schluss zu machen. "Neun Monate lang habe ich keinen Tropfen getrunken - und dann nur einen Schluck von einem Schnaps-Tee gemacht. Prompt ging's wieder los. Ich habe mich selbst belogen, weil ich nicht wahrhaben wollte, wo mein Problem wirklich liegt."

Der Voitsberger wurde jedoch beinhart mit seiner Sucht konfrontiert. "Nach diesem Rückfall bin ich total abgesoffen. Anfangs habe ich zwar nur Kracherl mit ein wenig Wein gemischt, schon kurze Zeit später war aber mehr Wein im Glas." Er war weder in der Lage, sich ordentlich zu rasieren, noch die Zähne zu putzen. "Meine Hände haben so gezittert, dass ich kaum noch die Flasche zum Mund führen konnte."

Und dann bekam der Mann die Regentschaft von "König Alkohol" voll zu spüren. "Ich wollte in der Früh aus dem Bett steigen und ins Bad gehen, konnte das aber nicht. Ich bin zusammengebrochen. Meine Ehefrau sah mich schon im Rollstuhl sitzen."

Ein achtwöchiger Krankenhausaufenthalt folgte. "Niemand braucht Angst vor einer Entziehungskur zu haben", so der Voits

fekt des Heilwassers beim Baden kennen wir, wollen ihn aber nicht besonders hervorheben. Wir legen in unserem Marketing aber keine Betonung auf Heilwasser, da damit zu sehr der medizinische Faktor assoziiert wird.

Der Auslandsgast ist in der Nächtigungsstatistik des steirischen Thermenlandes klar unterrepräsentiert. Wie intensiv werden Sie den nicht österreichischen Gast bewerben?

CHRISTIAN ROTTER: Wir haben die europäische Nord-Süd-Schiene im Auge. Ein Viertel unserer Gesamtnächtigungen hoffen wir mit Auslandsgästen erzielen zu können. Einen solchen Wert halten wir für realistisch.

Was werden die besonderen Attraktionen der H20-Hoteltherme sein?

CHRISTIAN ROTTER: Es gibt eine Vielzahl von Attraktionen wie etwa die große Sonnenkuppel mit 42 Metern Durchmesser oder ein Wellenbad mit Strand. Mit dem Colorado-River haben wir einen Wildwasserkanal. Österreichweit einzigartig ist unsere Reifen-Röhrenrutsche mit Sound- und Lichteffekten, durch die stündlich 480.000 Liter Wasser sprudeln werden. Im Bad selbst wird ständig über Lautsprecher angenehme Musik gespielt werden. Kurzum: Jeder wird für sich das Passende finden.

Wie hoch haben Sie sich die Latte punkto Besucherzahlen für das erste Jahr gelegt?

DIETER ROTTER: Ohne die Hotelgäste - das Hotel hat 192 Doppelzimmer - haben wir 120.000 Besucher im Plan. Warten wir einmal ab, wie viele es dann in Summe werden. Als private Investoren könnten wir es uns nicht leisten wirtschaftlich baden zu gehen.

"Neun Monate lang habe ich keinen Tropfen Alkohol getrunken - und dann nur einen Schluck von einem Schnaps-Tee gemacht. Prompt ging's wieder los."

Ein Voitsberger, der seit zehn Jahren auf Alkohol verzichtet


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