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Asiatischer Markt soll den Beaujolais retten

2005/11/18 04:58
Pressemeldung von:
nordkurier.de

Paris (AFP). Asiens Märkte sollen dem Beaujolais Nouveau wieder neuen Schwung geben. Ab heute wird der junge Wein, der in den traditionellen Anbaugebieten nördlich von Lyon gekeltert wird, wieder entkorkt. Vor allem in Japan ist das Getränk bereits im Aufwind. Aber auch in China soll es in diesem Jahr zum ersten Mal Weinproben in schicken Bars in Peking und Shanghai geben. Die Winzer hoffen auf einen Weg aus der Krise: Denn auf Traditionsmärkten wie Deutschland oder Großbritannien ist die Nachfrage im freien Fall.
Angesichts der neuen asiatischen Kundschaft wird erstmals der
berühmte Slogan „Le Beaujolais Nouveau est arrivé“ (Der Beaujolais Nouveau ist da) durch einen englischen Spruch ersetzt: „It’s Beaujolais Nouveau time“ soll es durchweg in Fernsehen, Radio, Handys und auf Webseiten heißen.
Der Verzicht auf den traditionellen Spruch, immerhin einer der größten Marketingcoups aller Zeiten für einen zugegebenermaßen mittelmäßigen Wein, spricht für zunehmende Flexibilität in einer Branche, die wegen Überproduktion und Preisverfall von einer beispiellosen Krise geschüttelt wird. Da hilft auch der rasante Exportanstieg in Richtung Japan im vergangenen Jahr nicht viel, wo mit 12,5 Millionen verkauften Flaschen ein Zuwachs von 40 Prozent verzeichnet wurde.
Um französische Weine vor allem in der angelsächsischen Welt wieder voranzutreiben, plant die Pariser Regierung eine Werbekampagne in Großbritannien, den USA und Kanada, in die
sie zwei Millionen Euro investieren will. Der Branchenverband Inter Beaujolais gibt allein in diesem Jahr 800 000 Euro für die Vermarktung des Beaujolais aus. Dazu kommt logistische Schwierigkeit, den Wein pünktlich zum dritten Donnerstag im November über den Globus zu verteilen.
Schmecken soll er in diesem Jahr nach „Brombeere, Preiselbeere und schwarzer Johannisbeere“, sagt der Vorsitzende von Inter Beaujolais, Michel Bosse-Platière. „Viel Gerbstoff, aber mild, mit einem anständigen Gerüst“, beschreibt ein
Lyoner Winzer. Der berühmte Küchenchef Paul Bocuse empfiehlt den Wein, der bei einer Temperatur von zehn bis zwölf Grad getrunken werden muss, als Getränk zu Pizza.


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