Die Wein Community.

Die Kellereien lassen sich Zeit

2005/09/15 16:58
Pressemeldung von:
Main Rheiner

DLR sieht trotzdem kein Absatzproblem

Vom 14.09.2005


OPPENHEIM - Mit der Herbsttagung in Nieder-Olm will das Dienstleistungszentrum für den Ländlichen Raum (DLR) heute Winzern letzte Tipps für Lese und Verarbeitung der Trauben geben. Wir sprachen im Vorfeld mit Bernd Wechsler, Leiter des Kompetenzzentrums Weinmarkt und Weinmarketing beim DLR, über den Markt.


Wie stellt sich die Marktsituation zur Zeit dar?

Wechsler: Es herrscht unverändert ein harten Wettbewerb vor allem im Lebensmitteleinzelhandel (LEH). Rheinhessen ist besonders
betroffen, da hier über Dreiviertel des Weins über Kellereien vermarktet wird, in der Pfalz etwa sind es nur 50 Prozent. Dabei zeigen die neuesten Zahlen der Gesellschaft für Konsumforschung (GfK), dass der Marktanteil deutscher Weine zurückgegangen sein soll. Die uns vorliegenden Zahlen der Anstellungen für die Qualitätsweinprüfung bestätigen die GfK-Zahlen allerdings nicht in jeder Beziehung.


Interview


Wie sieht die Marktsituation beim Rotwein aus?

Wechsler: Der Rotweintrend der vergangenen Jahre setzt sich im LEH weiter fort. Das heißt: Vor allem Dornfelder legt mengenmäßig kräftig zu - das zeigt sich auch bei der Qualitätsweinprüfung. Bis Ende August 2005 sind in Rheinland-Pfalz über 650 000 Hektoliter dieser Rebsorte angestellt worden - 22 Prozent mehr als vor Jahresfrist. Das Wachstum beim Dornfelder geht auf das Konto der
Kellereien, die überwiegend den LEH bedienen. Wenn die Anstellungsentwicklung so weiter geht, werden wir für das ganze Jahr auf deutlich über 900000 Hektoliter kommen.

Welche Mengen erwarten sie aus der Ernte?

Wechsler: Wir haben dieses Jahr vermutlich beim Dornfelder einen kleineren Herbst als im Vorjahr - sowohl absolut als auch beim Ertrag je Hektar. Dornfelder neigt zur Alternanz, das heißt einem ertragreichen Jahr folgt zumeist ein deutlich niedrigerer Ernteertrag. Letztes Jahr wurden in Rheinland-Pfalz im Schnitt 145 Hektoliter pro Hektar gelesen, dieses Jahr wird es deutlich weniger sein. Der nur noch geringe Zuwachs an Fläche macht dabei den Ertragsrückgang nicht wett.

Was bedeutet dies für die Winzer?

Wechsler: Eine Ernte dieser Größenordnung dürfte problemlos zu vermarkten sein. Die Winzer müssen sich allerdings darauf einstellen, dass sich die Bezugsstrategie der Kellereien deutlich geändert hat. Bis 2003 kauften diese im großen Stil im Herbst ein, 2004 war das erstmals anders. Verträge waren ausgelaufen und Dornfelder mittlerweile in ausreichenden Menge verfügbar. Die Kellereien haben daraufhin Wein kontinuierlich über das Jahr hinweg bezogen. Dabei ist die Gesamtmenge letztlich problemlos abgeflossen. Ich gehe davon aus, dass diese Praxis anhält. Deshalb müssen die Winzer ausreichend Verarbeitungs- und Lagerkapazitäten vorhalten.

Wie sieht es beim Weißwein aus?

Wechsler: Ich kann beim Weißwein die Zahlen der GfK über dramatische Einbrüche nicht nachvollziehen - wir haben keinen exorbitanten Rückgang bei weißem Qualitätswein. Wenn Gfk-Zahlen stimmen, müssen die Einbrüche in anderen Bundesländern liegen.


Kontakt:
web: http://www.main-rheiner.de/region/objekt.php3?artikel_id=2037193
email: keine Angabe

Falls der Inhalt dieses Artikels gegen bestehendes Urheberrecht verstößt, so bitten wir um einen Hinweis an info@weinportal24.info und der Artikel wird umgehend entfernt.


Newsticker
 
 

K O N T A K T | I M P R E S S U M | A G B