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Ein Nahefreund kommt aus Berlin

2005/10/19 05:09
Pressemeldung von:
Main Rheiner

Riesling aus Stadtteil der Bundeshauptstadt wird in wieder Meddersheim ausgebaut




Rüdiger Jakisch, Michael Barth, Rainer Schönheim und Karl-Otto Velten (v.
li.
) füllen die mächtige Wanne mit den Trauben aus Berlin.
Foto: Wolfgang Schmidt
Vom 18.10.2005

Von
Wolfgang Schmidt

MEDDERSHEIM 475 Kilogramm bester Rieslingtrauben brachten Rüdiger Jakisch und Michael Barth in ihren Fahrzeugen von Berlin nach Meddersheim. Gelesen wurde diese süße Fracht auf dem Berliner Weinberg in Schöneberg von den Mitgliedern des
dortigen Weinbauvereins.

"Rund sechs Stunden waren wir von Berlin nach Meddersheim unterwegs", stellte Rüdiger Jakisch, stellvertretender Vorsitzender des Weinbauvereins, fest. Dann war es geschafft, die reifen Rieslingtrauben, in stabilen Transportbehältern geschichtet, wurden in der Winzergenossenschaft gewogen. Rainer Schönheim von der Winzergenossenschaft: "Eine gute Ausbeute mit rund 80 Öchslegraden." Erwartet wurden Jakisch und der Vorsitzende des Weinbauvereins, Michael Barth, bereits von Landrat Karl Otto Velten, der die beiden Berliner Freunde herzlich begrüßte.

Der Weinberg im Berliner Schülerarbeitsgarten Schönefeld wurde im Jahre 1988 terrassiert und hat eine Größe von zwei Hektar. Im Zuge der Partnerschaft zwischen dem Landkreis Bad Kreuznach und dem Berliner Stadtteil Schöneberg wurde dieser Weinberg angelegt, berichtete Jakisch.


Die erste Lese mit dem Jungfernwein war 1991, doch dann gab es eine bittere Enttäuschung: "Wir deponierten die Trauben in einem Bus, doch der wurde samt Inhalt geklaut", schimpft Jakisch noch heute. In den Folgejahren passte man besser auf die Ernte auf und brachte sie in Privatwagen nach Meddersheim zur Winzergenossenschaft. Dort wurde gekeltert und der Wein auf Flaschen gezogen.

"Wir hegen und pflegen diesen Weinberg", erzählt Jakisch, der sich, wie seine Mitstreiter, von den Winzern an der Nahe einige Tricks abgeguckt hat. Nur mit dem Schneiden der Rebstöcke hat er es nicht so, "das überlasse ich den Winzern, die können das besser".

Der ehemalige Landrat Hans Schumm hatte dem Berliner Wein einen Namen gegeben: "Schöneberger Nahefreund".

Ein Drittel der Flaschen eines Jahrgangs bekommt der Bezirksbürgermeister von Berlin-Tempelhof-Schöneberg als Repräsentationswein, zwei Drittel behält der Verein und schenkt den Inhalt gegen eine Spende an Weinfreunde aus. "Wir haben keine AP-Nummer, deshalb können wir den Wein nicht verkaufen", bedauert Jakisch.


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