Die Wein Community.

Von ganz unten nach ganz oben

2005/10/25 04:42
Pressemeldung von:
Main Rheiner

Ritterschlag für Untergrund-Fachleute




Bürgermeister Held, Weinritterkollegs-Vörderster Klaus Waldschmitt, Dr.Michael Thomä und Thomas Haag beobachten, wie Thomas Ehlke (v.l.n.r.) den Ritterschlag verkraftet.
Foto: hbz/Bertram
Vom 24.10.2005

Von
Hellmut Wernher

OPPENHEIM Die unterirdische Stadt - ein faszinierendes Thema, im Guten wie im Schlechten. Wen wundert es deshalb, dass zum Auftakt des Katharinenmarktes zwei Persönlichkeiten mit der Würde eines Weinritters ausgezeichnet wurden, die sich seit Jahren mit dem
Oppenheimer Untergrund beschäftigen: Diplom-Geologe Dr. Michael Thomä und AZ-Redakteur Thomas Ehlke.

Der Vörderste des Weinritterkollegs, Klaus Waldschmidt, stellte heraus, dass man sparsam mit der Verleihung der Knappen- und Ritterwürde umgehe, sich seit 1955 dennoch viele um Oppenheim und seinen Wein verdient gemachte Persönlichkeiten dieser Ehre rühmen könnten. Bürgermeister Marcus Held hob hervor, diesmal verbänden sich zwei Oppenheimer Besonderheiten, der Wein und die unterirdische Stadt, zu dem Kriterium, die Weinritterwürde zu verleihen.

Um die Risiken und Nebenwirkungen des Oppenheimer Untergrundes zu bewerten, brauche man keinen Arzt oder Apotheker, dazu habe man den Doktor Thomä, stellte Bürgermeister Held in seiner Laudatio auf den Diplom-Geologen fest, der seit Jahren die Ergründung und Sanierung des Kellerlabyrinths begleitet. Keiner kenne sich
dort besser aus und wisse, wo die Leichen und die guten Tropfen liegen. Mit großen Projekten in Übersee betraut, sei die Sanierung der Oppenheimer Unterwelt für ihn zunächst als kleines Problem erschienen, habe sich jedoch zu einer Aufgabe entwickelt, in deren Lösung Millionen Euro investiert wurden. Besonders hob der Bürgermeister hervor, dass Dr. Thomä das Vertrauen der Bevölkerung gewonnen habe.

In seiner launigen Laudatio würdigte Thomas Haag seinen AZ-Kollegen Ehlke als Weinexperten, der sich zunächst in Selbstversuchen dem edlen Rebensaft genähert habe, aber inzwischen auch theoretisch zu einem profunden Kenner geworden sei. Jeden Weinbauminister auf Herz und Nieren interviewt, zahlreiche Weinköniginnen als Jury-Mitglied mitgekrönt zu haben, weise ihn aus, eines Weinritters würdig zu sein. Obwohl heute in Nierstein wohnend, sei er den Wurzeln seiner Heimatstadt Oppenheim eng verbunden geblieben und habe ein großartiges Buch über den Untergrund geschrieben. Ein Schwert habe der künftige Ritter nie gebraucht, um für die Weinstadt zu streiten, "seine Waffe war und ist das Wort".

Von Kindesbeinen an habe ihn die Unterwelt interessiert, beteuerte Thomas Ehlke in seinen Dankesworten. Dr. Thomä wies darauf hin, dass der Rundgang unter dem Marktplatz lediglich ein Prozent der gesamten Anlagen ausmache, wobei 20 Prozent überhaupt noch nicht entdeckt seien. Und den Wein wolle er lieber trinken als über ihn reden.

Mit der Schwertleite erhob der Vörderste des Weinritterkollegs die beiden bisherigen Knappen in den Ritterstand und gestand ihnen zu, vom edlen Rebensaft so viel zu genießen, wie sie vermögen, ohne sich Spott und Hohn und Völlerei auszusetzen und auf zwei Beinen, wenn auch mit fremder Hilfe, stehen zu können.


Kontakt:
web: http://www.main-rheiner.de/region/objekt.php3?artikel_id=2094532
email: keine Angabe

Falls der Inhalt dieses Artikels gegen bestehendes Urheberrecht verstößt, so bitten wir um einen Hinweis an info@weinportal24.info und der Artikel wird umgehend entfernt.


Newsticker
 
 

K O N T A K T | I M P R E S S U M | A G B