Schwacher Sommer – Super Wein
2005/10/04 07:24
Pressemeldung von:
hr online
Wärme, Wolken, Wasser - der 2005er wird wohl ein guter! 2005 war doch ein Bilderbuchsommer - sagen zumindest die Winzer im Rheingau und an der Bergstraße. Dort wartet ein überdurchschnittlicher Jahrgang auf die Ernte.
Genug Sonne, genug Wärme und Regen zur richtigen Zeit. Das ist der Stoff, aus dem gute Weinjahrgänge entstehen. Genau solch ein Jahrgang könnte der 2005er werden. Vor allem der September war mit sonnigen Tagen und kühlen Nächten ideal für die Reife der Reben. Die in den Weinbergen gemessenen Mostgewichte wiesen bereits durch die Bank auf Weine mit Prädikat
Genug Sonne, genug Wärme und Regen zur richtigen Zeit. Das ist der Stoff, aus dem gute Weinjahrgänge entstehen. Genau solch ein Jahrgang könnte der 2005er werden. Vor allem der September war mit sonnigen Tagen und kühlen Nächten ideal für die Reife der Reben. Die in den Weinbergen gemessenen Mostgewichte wiesen bereits durch die Bank auf Weine mit Prädikat
hin, jubeln der Rheingauer Weinbauverband und die Bergsträßer Winzergenossenschaft kurz vor Beginn der Hauptlese. Nur die Menge wird unter dem Durchschnitt liegen.
Seit 2003 Niederschlagsdefizit
Hauptgrund dafür ist die Trockenheit. Bereits im dritten Jahr in Folge gebe es ein Niederschlags-Defizit, erklärte die Agrarmeteorologin Heidrun Jagoutz von der Beratungs- und Forschungsstelle des Deutschen Wetterdienstes im Rheingauort Geisenheim. Die schon im Super-Sommer 2003 gesunkenen Wasservorräte im Boden seien seitdem nicht mehr aufgefüllt worden. Allerdings hätten rechtzeitige Regenfälle in diesem Jahr den Rebstöcken geholfen. „Es hat immer gerade dann geregnet, wenn es notwendig war“, berichtete Jagoutz.
Viel Säure dank wenig Sonne
Sie erwartet eine Weinqualität, die nur wenig unter dem legendären Jahrgang 2003 bleibt. Das gelte
Seit 2003 Niederschlagsdefizit
Hauptgrund dafür ist die Trockenheit. Bereits im dritten Jahr in Folge gebe es ein Niederschlags-Defizit, erklärte die Agrarmeteorologin Heidrun Jagoutz von der Beratungs- und Forschungsstelle des Deutschen Wetterdienstes im Rheingauort Geisenheim. Die schon im Super-Sommer 2003 gesunkenen Wasservorräte im Boden seien seitdem nicht mehr aufgefüllt worden. Allerdings hätten rechtzeitige Regenfälle in diesem Jahr den Rebstöcken geholfen. „Es hat immer gerade dann geregnet, wenn es notwendig war“, berichtete Jagoutz.
Viel Säure dank wenig Sonne
Sie erwartet eine Weinqualität, die nur wenig unter dem legendären Jahrgang 2003 bleibt. Das gelte
vielleicht nicht für die absoluten Spitzenweine, aber das Durchschnittsniveau werde wohl sehr hoch. Der Jahrgang 2005 werde mehr Säure haben als der 2003er - Säure ist für den Weingeschmack wichtig, zu viel Sonne kostet Säure. Der Sommer 2005 war zumindest im Rheingau nach den Aufzeichnungen der Agrarmeteorologin zudem besser als sein Ruf: Bis auf Februar und August waren alle Monate wärmer als im Durchschnitt. Auch die Sonne schien reichlich. Bis Ende September kamen 1650 Sonnenstunden zusammen und damit etwa so viele wie in einem kompletten Normaljahr.
Rheingau: Mostgewicht bis 89 Grad
Im Rheingau erwarten die Winzer einen Jahrgang mit guten bis sehr guten Weinen, wie der Geschäftsführer des Weinbauverbandes, Harald Sperling, berichtet. Die Menge werde mit 70 bis 75 Hektoliter pro Hektar allerdings unter dem Durchschnitt bleiben. Bei der Hauptsorte Riesling seien Ende September Mostgewichte von durchschnittlich 78 Grad Öchsle gemessen, Spitzenwerte erreichten sogar 89 Grad. Der Spätburgunder habe es im Durchschnitt auf gut 82 Grad und in besten Lagen auf 90 Grad gebracht.
August war zu trocken
Ähnliche Werte melden auch die Winzer von der Bergstraße. Der Geschäftsführer der Winzergenossenschaft, Otto Guthier, kann auf 79 bis 84 Grad Öchsle bei den frühen Müller-Thurgau-Reben verweisen. Die Rieslingweine, deren Lese erst noch beginnt, werden voraussichtlich in den Qualitätsbereichen Kabinett bis Spätlese liegen, lautet seine Einschätzung. Aber die Menge werde deutlich niedriger ausfallen als üblich. Auch Guthier nennt Wassermangel als wichtigsten Grund. Gerade der zu kühle und sonnenarme August war auch noch zu trocken.
Vorräte der Winzer geschrumpft
Die vergleichsweise geringen Mostmengen der vergangenen Jahre haben auch die Weinvorräte der Winzer schrumpfen lassen. Guthier berichtet von dem niedrigsten Weinbestand seit 20 Jahren. „Die Bestände sind ziemlich heruntergefahren“, weiß Sperling auch aus dem Rheingau. Weine der Jahrgänge 2001 und davor seien kaum mehr zu bekommen.
Preise bleiben stabil
Mehr Geld wird es trotz gesunkener Bestände für die guten Weine wohl kaum geben. Sperling erwartet „einigermaßen stabile Preise“. Vielleicht könnten die Winzer etwas mehr verdienen als bisher, was vor allem für die Familienbetriebe gut wäre. Die Konkurrenz vor allem von Weinen aus dem Ausland, die in den Handel drängten, sei aber groß. Rund 80 Prozent aller Weine würden im Handel verkauft, und die
(ulne / woje)
Stand: 02.10.2005
Rheingau: Mostgewicht bis 89 Grad
Im Rheingau erwarten die Winzer einen Jahrgang mit guten bis sehr guten Weinen, wie der Geschäftsführer des Weinbauverbandes, Harald Sperling, berichtet. Die Menge werde mit 70 bis 75 Hektoliter pro Hektar allerdings unter dem Durchschnitt bleiben. Bei der Hauptsorte Riesling seien Ende September Mostgewichte von durchschnittlich 78 Grad Öchsle gemessen, Spitzenwerte erreichten sogar 89 Grad. Der Spätburgunder habe es im Durchschnitt auf gut 82 Grad und in besten Lagen auf 90 Grad gebracht.
August war zu trocken
Ähnliche Werte melden auch die Winzer von der Bergstraße. Der Geschäftsführer der Winzergenossenschaft, Otto Guthier, kann auf 79 bis 84 Grad Öchsle bei den frühen Müller-Thurgau-Reben verweisen. Die Rieslingweine, deren Lese erst noch beginnt, werden voraussichtlich in den Qualitätsbereichen Kabinett bis Spätlese liegen, lautet seine Einschätzung. Aber die Menge werde deutlich niedriger ausfallen als üblich. Auch Guthier nennt Wassermangel als wichtigsten Grund. Gerade der zu kühle und sonnenarme August war auch noch zu trocken.
Vorräte der Winzer geschrumpft
Die vergleichsweise geringen Mostmengen der vergangenen Jahre haben auch die Weinvorräte der Winzer schrumpfen lassen. Guthier berichtet von dem niedrigsten Weinbestand seit 20 Jahren. „Die Bestände sind ziemlich heruntergefahren“, weiß Sperling auch aus dem Rheingau. Weine der Jahrgänge 2001 und davor seien kaum mehr zu bekommen.
Preise bleiben stabil
Mehr Geld wird es trotz gesunkener Bestände für die guten Weine wohl kaum geben. Sperling erwartet „einigermaßen stabile Preise“. Vielleicht könnten die Winzer etwas mehr verdienen als bisher, was vor allem für die Familienbetriebe gut wäre. Die Konkurrenz vor allem von Weinen aus dem Ausland, die in den Handel drängten, sei aber groß. Rund 80 Prozent aller Weine würden im Handel verkauft, und die
(ulne / woje)
Stand: 02.10.2005
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