Region Heilbronn braucht eine Marke für Tourismus
2005/09/11 17:23
Pressemeldung von:
Stimme.de
Von Sabine Friedrich
Vernetzung muss her und vor allem eine Marke. Darin waren sich Experten bei einer Fachveranstaltung zum Thema "Agrotourismus" einig.
Teilnehmer der Agrotourismus-Tagung überzeugten sich im Gästehof Eberle in Flein von der herrlichen Landschaftskulisse. (Foto: Rabea Sattar)
"Das Thema Agrotourismus hängt in der Luft", stellte Friedlinde Gurr-Hirsch für die Region Heilbronn fest. Deshalb lud die CDU-Landtagsabgeordnete und Staatssekretärin im Ministerium Ländlicher Raum gestern Experten aus
Vernetzung muss her und vor allem eine Marke. Darin waren sich Experten bei einer Fachveranstaltung zum Thema "Agrotourismus" einig.
Teilnehmer der Agrotourismus-Tagung überzeugten sich im Gästehof Eberle in Flein von der herrlichen Landschaftskulisse. (Foto: Rabea Sattar)
"Das Thema Agrotourismus hängt in der Luft", stellte Friedlinde Gurr-Hirsch für die Region Heilbronn fest. Deshalb lud die CDU-Landtagsabgeordnete und Staatssekretärin im Ministerium Ländlicher Raum gestern Experten aus
Landwirtschaft, Tourismus und Gastronomie nach Flein in Bubecks Festscheune ein, um Möglichkeiten eines touristischen Angebots im ländlichen Raum auszuloten.
Potenzial sei vorhanden, es werde aber nicht genutzt. Agrotourismus sei ein boomendes Geschäft in Europa. Gurr-Hirsch verwies auf Italien oder Frankreich. "Warum läuft bei uns relativ wenig?" Ketzerisch fragte sie: "Geht's unseren Landwirten noch zu gut, dass sie keine neuen Ufer betreten?"
Ferien auf dem Bauern- oder Winzerhof können ein zweites Standbein sein. Das zeigten Beispiele: die Landpension Kohler in Brackenheim und der Gästehof Eberle in Flein. Eberles öffneten die Türen ihrer fünf Gästezimmer, die sie 1993 im Stallgebäude einrichteten. Mit Milch- und Schlachtvieh war nicht mehr genug zu verdienen. Der Weinbaubetrieb sattelte zusätzlich auf Fremdenverkehr um - mit Erfolg, bei einer Auslastung
Potenzial sei vorhanden, es werde aber nicht genutzt. Agrotourismus sei ein boomendes Geschäft in Europa. Gurr-Hirsch verwies auf Italien oder Frankreich. "Warum läuft bei uns relativ wenig?" Ketzerisch fragte sie: "Geht's unseren Landwirten noch zu gut, dass sie keine neuen Ufer betreten?"
Ferien auf dem Bauern- oder Winzerhof können ein zweites Standbein sein. Das zeigten Beispiele: die Landpension Kohler in Brackenheim und der Gästehof Eberle in Flein. Eberles öffneten die Türen ihrer fünf Gästezimmer, die sie 1993 im Stallgebäude einrichteten. Mit Milch- und Schlachtvieh war nicht mehr genug zu verdienen. Der Weinbaubetrieb sattelte zusätzlich auf Fremdenverkehr um - mit Erfolg, bei einer Auslastung
von 65 Prozent durch Feriengäste und Geschäftsleute.
"Das ist zeitgemäß und ausbaufähig", war Werner Krapf von der Anbietergemeinschaft "Die Landgastlichen" überzeugt. "Ferien auf dem Bauernhof" sei der richtige Weg für ein Zubrot. Dies ist aber nur ein Mosaikstein im Agrotourismus.
Dr. Hermann Kolesch von der Bayerischen Landesanstalt für Weinbau machte mit dem Weintourismuskonzept für das Anbauland Franken deutlich, dass eine Vernetzung aller Akteure - Kommunen, Winzer, Touristiker, Gastronomen - notwendig sei. Daran fehlt es in der Region Heilbronn, wie Gerhard Schwinghammer (Württembergischer Weinbauverband) und Otto Geisel (Deutscher Hotel- und Gaststättenverband) anprangerten. "Die Koordination ist annähernd gleich null", bestätigte Joachim Anton vom gleichnamigen Weinsberger Reisebüro. Dadurch geht viel Geld flöten: Jeder Euro, den ein Tourist im Weineinkauf ausgibt, zieht laut Kolesch vier bis fünf Euro für Dienstleistungen nach sich.
"Wir haben keine Tourismusmarke für die Region", rüttelte Schwinghammer die Zuhörer auf. Ein weiteres Manko sei die Zersplitterung der Tourismus-Organisationen. "Wir müssen 'was bieten, was uns abhebt von der Konkurrenz", forderte er. Geisel verlangte nach einem "scharfen Profil". Derzeit lebe man in einer "genüsslichen Beliebigkeit".
Acht Zabergäukommunen wollten nicht weiter darunter leiden, dass eine Dachorganisation fehlt. Mit dem Verein Neckar-Zaber-Tourismus nutzen sie laut dem Vorsitzenden, Nordheims Bürgermeister Volker Schiek, ihre touristische Chance, vernetzen Angebote. "Das ist noch ausbaufähig", sagte Schiek.
08.09.2005 00:00
"Das ist zeitgemäß und ausbaufähig", war Werner Krapf von der Anbietergemeinschaft "Die Landgastlichen" überzeugt. "Ferien auf dem Bauernhof" sei der richtige Weg für ein Zubrot. Dies ist aber nur ein Mosaikstein im Agrotourismus.
Dr. Hermann Kolesch von der Bayerischen Landesanstalt für Weinbau machte mit dem Weintourismuskonzept für das Anbauland Franken deutlich, dass eine Vernetzung aller Akteure - Kommunen, Winzer, Touristiker, Gastronomen - notwendig sei. Daran fehlt es in der Region Heilbronn, wie Gerhard Schwinghammer (Württembergischer Weinbauverband) und Otto Geisel (Deutscher Hotel- und Gaststättenverband) anprangerten. "Die Koordination ist annähernd gleich null", bestätigte Joachim Anton vom gleichnamigen Weinsberger Reisebüro. Dadurch geht viel Geld flöten: Jeder Euro, den ein Tourist im Weineinkauf ausgibt, zieht laut Kolesch vier bis fünf Euro für Dienstleistungen nach sich.
"Wir haben keine Tourismusmarke für die Region", rüttelte Schwinghammer die Zuhörer auf. Ein weiteres Manko sei die Zersplitterung der Tourismus-Organisationen. "Wir müssen 'was bieten, was uns abhebt von der Konkurrenz", forderte er. Geisel verlangte nach einem "scharfen Profil". Derzeit lebe man in einer "genüsslichen Beliebigkeit".
Acht Zabergäukommunen wollten nicht weiter darunter leiden, dass eine Dachorganisation fehlt. Mit dem Verein Neckar-Zaber-Tourismus nutzen sie laut dem Vorsitzenden, Nordheims Bürgermeister Volker Schiek, ihre touristische Chance, vernetzen Angebote. "Das ist noch ausbaufähig", sagte Schiek.
08.09.2005 00:00
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