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Ein halbes Jahrzehnt Meister ihres Fachs

2005/10/30 09:12
Pressemeldung von:
az

Handwerkskammer verleiht Goldene Meisterbriefe / "Wirtschaftsgeschichte geschrieben"




48 Handwerksmeister aus Rheinhessen erhielten gestern von der Handwerkskammer ihre Goldenen Meisterbriefe.
Foto: hbz/Zimmermann
Vom 28.10.2005

RHEINHESSEN 48 Handwerksmeister aus dem Kammerbezirk - zwischen Bacharach und Worms - erhielten im Lichthof der Handwerkskammer ihre Goldenen Meisterbriefe aus der Hand von Präsident Karl Josef Wirges und der Vizepräsidentin des Landtags, Helga Hammer.


Von

Gisela
Zurmühlen

"Sie als Altmeister prägen das Gesicht, das Image des "ehrbaren Handwerks". Durch Ihr Engagement haben Sie Wirtschaftsgeschichte geschrieben", bescheinigte Wirges in seiner Festrede den Jubilaren. In den vergangenen 50 Jahren hätten die "Gold-Meister" maßgeblich zum wirtschaftlichen Wiederaufbau der Region beigetragen und mit der Organisation der Selbstverwaltung des Handwerks dafür gesorgt, dass es nach dem Krieg wieder Tritt fassen konnte. "Wer 50 Jahre lang Meister seines Faches ist, kann stolz sein auf seine beachtliche Lebensleistung", zog er den Hut vor den Geehrten, die durch die Vermittlung ihrer Fähigkeiten die Handwerkstradition als kulturelles Erbe von Generation zu Generation weitertrügen - und dabei stets offen seien für Neuerungen, für Innovation und somit die Weiterentwicklung und Wettbewerbsfähigkeit der Betriebe.

Der Meisterbrief sei hier Voraussetzung
für qualitativ hochwertige Arbeit, "er ist ein Vertrauensschutzbrief für unsere Arbeitgeber, stellt eine Qualifikation dar, zu der ein Kunde grundsätzlich Vertrauen haben kann", brach Wirges eine Lanze für dieses Zertifikat. Ohne qualifizierte Ausbildung sei gute Qualität nicht möglich. Für die Ausbildung des Nachwuchses im Handwerk seien Meister ebenfalls unabdingbar, denn sie nutzten ihre Erfahrung, passten sie aktuellen Bedürfnissen an und gäben sie an den Nachwuchs weiter. Der Jugend eröffneten sich dadurch "hervorragende Karrierechancen wie in kaum einem anderen Berufssektor".

Dies unterstrich auch Helga Hammer. Sie hob hervor, das Handwerk sei "in seiner Vielfalt kaum zu übertreffen" und biete jungen Menschen ungeahnt vielseitige Berufsfelder. Eine gute schulische Ausbildung und Erziehung im Elternhaus bilde dafür allerdings das Fundament. Zudem sei die Politik gefragt, durch entsprechende Rahmenbedingungen den Handwerksbetrieben die Voraussetzung für erfolgreiches Arbeiten zur Verfügung zu stellen. Arbeit müsse preiswerter werden, um Schwarzarbeit einzudämmen, das Steuersystem dürfe kleinere Betriebe nicht benachteiligen und das "Gestrüpp" von Auflagen und Verpflichtungen müsse überprüft werden, konstatierte sie.

Weitreichende Veränderungen hat das Arbeitsleben seit 1955 erfahren, darin sind die die Jubilare einig. Berufe wie Stellmacher oder Küfer sind fast verschwunden, Schuh- oder Uhrmacher (die heute die Bezeichnung "Zeitmesstechniker" tragen) stehen - wie in anderen Bereichen auch - völlig neuen Materialien und Techniken gegenüber. "Aus reiner Handarbeit ist viel Technik geworden", "das Vertrauen der Kunden war früher größer", "heute ist die Arbeit für viele nur ein Job, keine Herzenssache mehr", lauteten die Einschätzungen der Jubilare.


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web: http://www.allgemeine-zeitung.de/rhein-main/objekt.php3?artikel_id=2101374
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