Heiße Scheiben und kühler Genuss
2005/09/26 17:07
Pressemeldung von:
pz-news.de
Königsbacher Schleif-Spezialist Karl Reiling konzipiert idealen Behälter für Weißwein und Sekt
Vier Stunden lang sorgt Karl Reilings Flaschenkühler für besten Trinkgenuss. Foto: Seibel
Karl Reiling kann ganz schön sauer werden. Wenn jemand die Präzisionsmaschinen seiner Firma kopiert, beispielsweise – und wenn sein geliebter Weißwein warm wird. Im ersten Fall wird sofort der Rechtsanwalt eingeschaltet, und im Fall von Riesling, Grauburgunder & Co wurde das bemüht, was den Schleif-Spezialisten aus
Vier Stunden lang sorgt Karl Reilings Flaschenkühler für besten Trinkgenuss. Foto: Seibel
Karl Reiling kann ganz schön sauer werden. Wenn jemand die Präzisionsmaschinen seiner Firma kopiert, beispielsweise – und wenn sein geliebter Weißwein warm wird. Im ersten Fall wird sofort der Rechtsanwalt eingeschaltet, und im Fall von Riesling, Grauburgunder & Co wurde das bemüht, was den Schleif-Spezialisten aus
Königsbach bekannt gemacht und seit über 30 Jahren erfolgreich am Markt gehalten hat: Erfindungsreichtum.
Reiling, mit seinem Bruder Reinhold geschäftsführender Gesellschafter der gleichnamigen GmbH und Chef der Firma Kaindl Schleiftechnik: „Wir leben von Erfindungen.“ Wie zum Beweis zieht in seinem Büro Schubladen mit Hängeregistern heraus. „Hat ’n Haufen Geld gekostet“, sagt der 58-Jährige mit Blick auf die Patentanmeldungen. Die erste Maschine, sie läuft noch heute und wird ausschließlich von zwei Mitarbeitern bedient, die nichts anderes machen, produziert Schmirgelfeilen für die Pforzheimer Schmuckindustrie – ein paar hunderttausend Stück im Jahr. Richtig Geld verdient wir jedoch mit Schleifgerät aller Art.
Gel zwischen den Wänden
Vor Reiling stehen zwei Flaschenkühler – ein Prototyp und das endgültige Modell. Natürlich
Reiling, mit seinem Bruder Reinhold geschäftsführender Gesellschafter der gleichnamigen GmbH und Chef der Firma Kaindl Schleiftechnik: „Wir leben von Erfindungen.“ Wie zum Beweis zieht in seinem Büro Schubladen mit Hängeregistern heraus. „Hat ’n Haufen Geld gekostet“, sagt der 58-Jährige mit Blick auf die Patentanmeldungen. Die erste Maschine, sie läuft noch heute und wird ausschließlich von zwei Mitarbeitern bedient, die nichts anderes machen, produziert Schmirgelfeilen für die Pforzheimer Schmuckindustrie – ein paar hunderttausend Stück im Jahr. Richtig Geld verdient wir jedoch mit Schleifgerät aller Art.
Gel zwischen den Wänden
Vor Reiling stehen zwei Flaschenkühler – ein Prototyp und das endgültige Modell. Natürlich
wartet an diesem Vormittag kein Chardonnay oder Grüner Veltliner darauf, gut gekühlt verkostet zu werden. Dazu müsste das doppelwandige Acrylglas mit seiner Edelstahlabdeckung, 22,5 Zentimeter hoch, erst einmal mindestens drei Stunden in die Tiefkühltruhe. Der Trick: Zwischen die Scheiben wurde ein Kühl-Gel gespritzt.
Es speichert die Kälte bei Tisch mindestens vier Stunden lang. „Das ist wesentlich nachhaltiger als mit herkömmlichen Produkten“, sagt Reiling. Und es gibt sie in vier verschiedenen Farben – rot, grün, blau und transparent. Nicht nur gute Geschäftskunden, denen er 2004 den Flaschenkühler als Weihnachtspräsent überreichte, sondern Fachbesucher der „Pro Wein“ in Düsseldorf, die in diesem Frühjahr stattfand, waren begeistert, orderten mehr, als in der Königsbacher Kleinserie hergestellt worden waren.
Kompetenter Partner
Nun war Reiling zwar stolz auf seine Erfindung – doch das Produkt passte nicht ins Firmenprofil. Was tun? In der Firma Adoma in Wangen (Allgäu), einer technischen Kunststoffspritzerei, fand er einen kompetenten Partner.
Reiling vergab den Bayern die Lizenz, und diese fertigten zunächst 5000 Stück. Der Flaschenkühler RFE (Real Frost Effect) soll nicht nur in Geschäften (wie beispielsweise bei Spezialitäten-Müssle in Pforzheim), sondern auch in der Gastronomie vertrieben werden. „Handelsvertreter sollen das Produkt in Spanien, Frankreich, Italien, Österreich und der Schweiz bekannt machen“, sagt Bernd Schäfer von der Agentur Cool & Clever (Karlsruhe).
Eigentlich hatte der Kleinsteinbacher Schäfer bei Firmen-Chef Reiling in Königsbach für die nun vom Bundeswirtschaftsministerium ausgezeichnete und mit fünf Millionen Euro geförderte Initiative „Arbeit 50 plus“ werben wollen. Da fiel sein Blick auf den Prototypen – und Schäfer glaubte, ein schlummerndes Potenzial entdeckt zu haben.
So verbindet die beiden nicht seither nur der Kühler made in Germany, sondern auch die Erkenntnis, dass Über-50-Jährige beileibe nicht zum alten Eisen gehören. Etliche der 55 Mitarbeiter sind seit Firmengründung an Bord.
Bekenntnis zum Alter
Reiling: „Ich kann keinen einzigen Nachteil bei älteren Angestellten finden – sie sind selten krank, pflichtbewusst, zuverlässig, pünktlich.“ Er kann nicht verstehen, wie Arbeitgeber ausschließlich auf junge Kräfte setzten, macht aber auch klar, dass er ohne die Lockerung des Kündigungsschutzes nicht jenem 58-Jährigen die Chance gegeben hätte, bei ihm anzufangen. Reichtümer wird Reiling, der in das Projekt Weinkühler nach eigenen Worten rund 15 000 Euro investiert hat, mit der kühlen Geschäftsidee vorerst nicht machen, auch wenn erste Reaktionen aus der Gastronomie vielversprechend sind. Aber für ein Fläschchen Chardonnay oder Champagner aus der eigenen Erfindung wird es reichen.
www.kristallfrost.de
www.kaindl.de
Erstellt am: 25.09.2005
Es speichert die Kälte bei Tisch mindestens vier Stunden lang. „Das ist wesentlich nachhaltiger als mit herkömmlichen Produkten“, sagt Reiling. Und es gibt sie in vier verschiedenen Farben – rot, grün, blau und transparent. Nicht nur gute Geschäftskunden, denen er 2004 den Flaschenkühler als Weihnachtspräsent überreichte, sondern Fachbesucher der „Pro Wein“ in Düsseldorf, die in diesem Frühjahr stattfand, waren begeistert, orderten mehr, als in der Königsbacher Kleinserie hergestellt worden waren.
Kompetenter Partner
Nun war Reiling zwar stolz auf seine Erfindung – doch das Produkt passte nicht ins Firmenprofil. Was tun? In der Firma Adoma in Wangen (Allgäu), einer technischen Kunststoffspritzerei, fand er einen kompetenten Partner.
Reiling vergab den Bayern die Lizenz, und diese fertigten zunächst 5000 Stück. Der Flaschenkühler RFE (Real Frost Effect) soll nicht nur in Geschäften (wie beispielsweise bei Spezialitäten-Müssle in Pforzheim), sondern auch in der Gastronomie vertrieben werden. „Handelsvertreter sollen das Produkt in Spanien, Frankreich, Italien, Österreich und der Schweiz bekannt machen“, sagt Bernd Schäfer von der Agentur Cool & Clever (Karlsruhe).
Eigentlich hatte der Kleinsteinbacher Schäfer bei Firmen-Chef Reiling in Königsbach für die nun vom Bundeswirtschaftsministerium ausgezeichnete und mit fünf Millionen Euro geförderte Initiative „Arbeit 50 plus“ werben wollen. Da fiel sein Blick auf den Prototypen – und Schäfer glaubte, ein schlummerndes Potenzial entdeckt zu haben.
So verbindet die beiden nicht seither nur der Kühler made in Germany, sondern auch die Erkenntnis, dass Über-50-Jährige beileibe nicht zum alten Eisen gehören. Etliche der 55 Mitarbeiter sind seit Firmengründung an Bord.
Bekenntnis zum Alter
Reiling: „Ich kann keinen einzigen Nachteil bei älteren Angestellten finden – sie sind selten krank, pflichtbewusst, zuverlässig, pünktlich.“ Er kann nicht verstehen, wie Arbeitgeber ausschließlich auf junge Kräfte setzten, macht aber auch klar, dass er ohne die Lockerung des Kündigungsschutzes nicht jenem 58-Jährigen die Chance gegeben hätte, bei ihm anzufangen. Reichtümer wird Reiling, der in das Projekt Weinkühler nach eigenen Worten rund 15 000 Euro investiert hat, mit der kühlen Geschäftsidee vorerst nicht machen, auch wenn erste Reaktionen aus der Gastronomie vielversprechend sind. Aber für ein Fläschchen Chardonnay oder Champagner aus der eigenen Erfindung wird es reichen.
www.kristallfrost.de
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Erstellt am: 25.09.2005
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