Weiß Mutter genug über die Butter?
2005/09/11 15:27
Pressemeldung von:
PZ-News
Nach dem Tag beim Küfer wollen Remchinger Kinder ihr Wissen an den Mann und an die Frau bringen
Wie ein Fass entsteht dürfen diese Remchinger Kinder im Rahmen der örtlichen Ferienspiele bei Küfermeister Friedbert Pailer einmal selbst erproben.
REMCHINGEN-WILFERDINGEN. Staunend lauschten 18 Kinder der Remchinger Ferienspiele einem der letzten Küfermeister im Enzkreis, der sie über die Verwendung von vielen Behältern aufklärte. Friedbert Pailer zeigte Krüge, Schöpfkübel und Zuber, die früher vor der Erfindung
Wie ein Fass entsteht dürfen diese Remchinger Kinder im Rahmen der örtlichen Ferienspiele bei Küfermeister Friedbert Pailer einmal selbst erproben.
REMCHINGEN-WILFERDINGEN. Staunend lauschten 18 Kinder der Remchinger Ferienspiele einem der letzten Küfermeister im Enzkreis, der sie über die Verwendung von vielen Behältern aufklärte. Friedbert Pailer zeigte Krüge, Schöpfkübel und Zuber, die früher vor der Erfindung
der Waschmaschine beim Wäsche waschen verwendet wurden. Der Originalzuber, in dem die Pailerbuben als Kleinkinder gebadet wurden, sei noch heute dicht.
„Erst seit 1925 gibt es in Wilferdingen Wasserleitungen in den Häusern. Bis dahin musste man das Wasser in Kübeln aus dem Brunnen holen“, erläuterte er. Mit einem Joch, an dem die Eimer hingen, erleichterte man sich diese mühevolle Last. Friedbert Pailer zeigte ein historisches Joch, das er vor 60 Jahren in Handarbeit als Zehnjähriger selbst hergestellt hatte. Als Küfersohn hatte er einen kritischen „Lehrmeister“, der ihm schon damals hohe Qualität abverlangte.
Pailer präsentierte ein Butterfass und erklärte, dass der Rahm darin so lange geschlagen wurde, bis Butterflocken und Buttermilch entstanden ist.„Was ist eigentlich Rahm?“ wollten die Kinder wissen. Pailer machte einen Ausflug in die
„Erst seit 1925 gibt es in Wilferdingen Wasserleitungen in den Häusern. Bis dahin musste man das Wasser in Kübeln aus dem Brunnen holen“, erläuterte er. Mit einem Joch, an dem die Eimer hingen, erleichterte man sich diese mühevolle Last. Friedbert Pailer zeigte ein historisches Joch, das er vor 60 Jahren in Handarbeit als Zehnjähriger selbst hergestellt hatte. Als Küfersohn hatte er einen kritischen „Lehrmeister“, der ihm schon damals hohe Qualität abverlangte.
Pailer präsentierte ein Butterfass und erklärte, dass der Rahm darin so lange geschlagen wurde, bis Butterflocken und Buttermilch entstanden ist.„Was ist eigentlich Rahm?“ wollten die Kinder wissen. Pailer machte einen Ausflug in die
Lebensmittelkunde und stellte fest, dass die Kinder nur eckige Butter und Buttermilch aus Plastikbecher kannten.
Dann ging es tatkräftig und mit viel Eifer an die Herstellung eines Fasses. Pailer hatte vorgefertigte Fassdauben nummeriert und die Kinder halfen zusammen, bis das Fass fertig war und der Ring angetrieben war. Jedoch ohne Deckel und Boden eignete es sich gut als „Hamsterrad“, in dem die Kinder die Einfahrt rauf und runter rollten. Nach so viel Anstrengung ließen sich die Kinder vom Duft der frischen Waffeln anlocken und stärkten sich für das Fasswettrollen auf der Wiese.
Es gab beim Küfer noch viel zu entdecken. Mit dem dicken Holzhammer und einem Keil aus einem Stück Stamm die Dauben zu spalten, war nicht so leicht, wie es aussah. „Gesägte Bretter können als Dauben nicht verwendet werden, weil die Maserung dabei nicht erhalten bleibt und das Holz beim Biegen brechen würde“ erklärte Pailer. In seiner Werkstatt stellt er mit den Kindern einen Blumenkübel her und zeigte, wie die Dauben schräg gehobelt werden, damit sie nahtlos in der Rundung aneinander passen und das fertige Fass dicht wird. Einige der Kinder waren schon einmal beim Küfer zu Gast gewesen und wussten, dass man im Fass Feuer machen muss und es währenddessen mit Bürsten und viel Wasser stets feucht bleiben muss, damit die Dauben mittels des Fassreifens, der Stück um Stück um die Dauben getrieben wird, die bauchige Form bekommen. Feuer und Wasser war für die Kinder ein Heidenspaß. Mit ein paar grünen Blättern im Feuer produzierten sie zudem noch recht viel Rauch. Die alten Weinfässer zogen die Kinder auch an. Sie durften sogar hineinklettern. „Durch die enge Öffnung muss man hineinkriechen, um das Fass innen zu reinigen“, sagte Pailer. Manche trauten sich zunächst nicht so recht, durch die enge Öffnung in die großen Fässer zu klettern: „Da stinkt es nach Wein.“ Dann aber probierten es doch ein paar ganz Mutige.
„Warum ist die Traubentragebutte auf einer Seite höher?“ und „Warum hat man früher alles aus Holz gemacht?“ Pailer beantwortete alle Fragen der Kinder geduldig und leicht verständlich. Das hat richtig Spaß gemacht“, freuten sich die Kinder am Ende eines interessanten Feriennachmittags. „Ich werde meine Mutter fragen, ob sie weiß, wie man Butter macht.“
Erstellt am: 30.08.2005
Dann ging es tatkräftig und mit viel Eifer an die Herstellung eines Fasses. Pailer hatte vorgefertigte Fassdauben nummeriert und die Kinder halfen zusammen, bis das Fass fertig war und der Ring angetrieben war. Jedoch ohne Deckel und Boden eignete es sich gut als „Hamsterrad“, in dem die Kinder die Einfahrt rauf und runter rollten. Nach so viel Anstrengung ließen sich die Kinder vom Duft der frischen Waffeln anlocken und stärkten sich für das Fasswettrollen auf der Wiese.
Es gab beim Küfer noch viel zu entdecken. Mit dem dicken Holzhammer und einem Keil aus einem Stück Stamm die Dauben zu spalten, war nicht so leicht, wie es aussah. „Gesägte Bretter können als Dauben nicht verwendet werden, weil die Maserung dabei nicht erhalten bleibt und das Holz beim Biegen brechen würde“ erklärte Pailer. In seiner Werkstatt stellt er mit den Kindern einen Blumenkübel her und zeigte, wie die Dauben schräg gehobelt werden, damit sie nahtlos in der Rundung aneinander passen und das fertige Fass dicht wird. Einige der Kinder waren schon einmal beim Küfer zu Gast gewesen und wussten, dass man im Fass Feuer machen muss und es währenddessen mit Bürsten und viel Wasser stets feucht bleiben muss, damit die Dauben mittels des Fassreifens, der Stück um Stück um die Dauben getrieben wird, die bauchige Form bekommen. Feuer und Wasser war für die Kinder ein Heidenspaß. Mit ein paar grünen Blättern im Feuer produzierten sie zudem noch recht viel Rauch. Die alten Weinfässer zogen die Kinder auch an. Sie durften sogar hineinklettern. „Durch die enge Öffnung muss man hineinkriechen, um das Fass innen zu reinigen“, sagte Pailer. Manche trauten sich zunächst nicht so recht, durch die enge Öffnung in die großen Fässer zu klettern: „Da stinkt es nach Wein.“ Dann aber probierten es doch ein paar ganz Mutige.
„Warum ist die Traubentragebutte auf einer Seite höher?“ und „Warum hat man früher alles aus Holz gemacht?“ Pailer beantwortete alle Fragen der Kinder geduldig und leicht verständlich. Das hat richtig Spaß gemacht“, freuten sich die Kinder am Ende eines interessanten Feriennachmittags. „Ich werde meine Mutter fragen, ob sie weiß, wie man Butter macht.“
Erstellt am: 30.08.2005
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